Chemie-die stimmt


Es begann alles in jener Chemiestunde bei Herrn Knuth, als unsere Klasse gefragt wurde, ob jemand an dem Chemiewettbewerb “Chemie-die stimmt!” teilnehmen wollte. Ich dachte “warum nicht?” und erhielt dann das Aufgabenblatt für die erste Runde des Wettbewerbs. Als ich die Aufgaben zu Hause aber genauer betrachtete, fiel mir auf, dass sie vom Schwierigkeitsgrad her doch relativ hoch angesetzt waren. Ich nahm den Wettbewerb anfangs noch nicht allzu ernst, da ich wirklich nicht erwartete, gut abzuschneiden. Deshalb war ich auch entsprechend überrascht, als mir mitgeteilt wurde, dass ich mich für die zweite Runde (Landesrunde) qualifiziert hatte. Von nun an begann ich, mich gewissenhaft auf die Wettbewerbe vorzubereiten. Die erste Runde war in Form einer Hausarbeit zu erledigen. Es ging dabei um Redoxreaktionen, Säure-Base-Reaktionen und vor allem um die praktischen Anwendungen der Chemie.

In der “Landesrunde” sollten die 30 besten Teilnehmer aus Baden-Württemberg gegeneinander antreten (Vom KOSt nahmen diesmal zwei Schüler teil, ich und mein Klassenkamerad Carl). Sie sollte ursprünglich in Form einer Theorieklausur an der Uni Stuttgart stattfinden, aufgrund der Corona-Pandemie wurde diese aber abgesagt. Stattdessen war die zweite Runde auch in Form in einer Heimarbeit zu erledigen: Wir bekamen einen Aufgabenbogen und mussten die Antworten zu den Fragen bis zum Ende der Osterferien hochladen. Die Aufgaben waren um einiges schwieriger als die Aufgaben der ersten Runde. Ich musste deshalb viel Zeit in dieses “Projekt” investieren (Manchmal wurden das schon 8 Stunden am Tag…das hat wirklich Zeit und Kraft gekostet. Mein Bruder beschwerte sich immer, dass wir in den Ferien deshalb kaum zusammen spielen konnten). Diesmal mussten wir viel rechnen, vor allem z.B. Konzentration, Mischungsverhältnisse, etc. Letztendlich zahlte sich die Mühe aber aus, da ich mich für die 3.Runde qualifizierte-ich wurde sogar Erster! Die 3.Runde wurde am 15. Juni in einer Videokonferenz auf zoom ausgetragen. Wir mussten dabei eine Theorieklausur binnen 3 Stunden erledigen. Wegen der knappen Zeit musste man strategisch vorgehen und sich auf die Aufgaben konzentrieren die man gut lösen konnte, um eine hohe Punktzahl zu erreichen. Diesmal ging es vor allem um technische Prozesse (z.B. Haber-Bosch Verfahren, Ostwaldverfahren, etc.) und sogar ein bisschen Kernphysik. In der 3.Runde gelang es mir letztendlich, unter die besten drei Teilnehmer aus BW, Bayern und Hessen zu gelangen und mich so für das Bundesfinale zu qualifizieren.

Das Bundesfinale (am 15. 09 2020) war wahrlich das Highlight: 4 Tage voller Wettbewerbe und Workshops. Dazu gehörte aber auch die nötige Vorbereitung, wo ich auch von Herrn Knuth und der Chemiefachschaft viel Unterstützung erhielt. In den letzten Schulwochen experimentierte ich zusammen mit ihm, wodurch ich viele neue Techniken (wie die Destillation oder die Titration) lernte. Diese würden später auch Gegenstand der praktischen Klausur in Leipzig sein. Die Sommerferien nutzte ich zur Vorbereitung auf die Theorieklausur, wobei ich zugeben muss, dass es allmählich wirklich angefangen hatte, Spaß zu machen. Ich fokussierte mich diesmal auf die organische Chemie und die Biochemie, da ich mich mit diesen Gebieten zuvor nicht hinreichend befasst hatte. Dann kam das lang ersehnte Finale, in dem ich gegen die besten Teilnehmer aus allen Bundesländern antreten musste. Mein Vater fuhr mich nach Leipzig (leider verpasste ich dadurch die Einschulung meines Bruders) und wir kamen am Nachmittag an. Neben den Klausuren standen noch weitere Programme auf dem Plan, unter anderem eine Radtour und ein Zoobesuch. Ich lernte dabei viele Gleichaltrige kennen, die sich auch sehr für Chemie interessierten, und konnte mich mit ihnen austauschen. Die Theorieprüfung hätte besser laufen können (man muss aber auch sagen, dass die Aufgaben echt schwierig waren-der durchschnittliche Anteil an richtigen Antworten lag in unserer Altersgruppe bei nur 30%). Die praktische Prüfung lief wesentlich besser: Wir mussten Ionen nachweisen sowie zwei Säure-Base-Titrationen durchführen. Insgesamt erreichte ich Platz 8 von 15 Teilnehmenden.

Abschließend will ich all die Schüler, die diesen Bericht nun gelesen haben, dazu aufrufen, auch mitzumachen. Man muss kein Chemie-Nerd sein, um bei dem Wettbewerb Erfolg zu haben. Wichtig ist nur, dass man Interesse an Chemie hat. Es geht nicht unbedingt nur um das Gewinnen-allein das Wissen, welches man sich bei der Vorbereitung aneignet, rechtfertigt die Mühe.

Ähnliche Berichte

Abschied von Frau Dr. Kellert
SMV-Überraschungsaktion: Eisgenuss vom ‚Eiswägele‘!
Licht-Blick zum Schluss: Andacht zum Schuljahresende 2020/21